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Veröffentlicht von Dominik Neugebauer am 30.09.2026
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Eine Brautjungfer begleitet die Braut vor der Hochzeit und am Tag selbst. Es gibt keine feste Aufgabenliste, die Rolle ist ein Brauch.
- Infrage kommen zum Beispiel: das eigene Kleid mit den anderen aussuchen, den Junggesellinnenabschied mit der Trauzeugin planen, am Morgen beim Anziehen helfen und den Schleier ab- und wieder anstecken.
- Unterschreiben muss sie nicht. Das tun nur Trauzeugen, und beim Standesamt auch nur, wenn das Paar welche möchte.
- Ob es Brautjungfern gibt, wie viele und wer eine wird, entscheidet die Braut. Es gibt keine feste Zahl, eine einzige reicht auch.
- Wer Kleid, Haare und Make-up bezahlt, klärt Ihr am besten gleich beim Fragen, spätestens aber, bevor jemand etwas kauft.
Vielleicht hat Deine Freundin Dich gerade gefragt, ob Du ihre Brautjungfer wirst, und Du hast Ja gesagt, bevor sie den Satz zu Ende hatte. Jetzt fragst Du Dich, was Du eigentlich machen musst. Oder Du bist die Braut und überlegst, wen Du fragst und was Du Dir von ihr wünschst.
Für diese Rolle gibt es keine Liste, die Ihr abarbeiten müsst. Ihr beide, Braut und Brautjungfer, entscheidet selbst, was dazugehört, und dafür hilft es, die Aufgaben zu kennen, die überhaupt infrage kommen.
Was macht eine Brautjungfer?
Eine Brautjungfer begleitet die Braut. Vor der Hochzeit hilft sie etwa bei den Kleidern und plant mit der Trauzeugin den Junggesellinnenabschied. Am Hochzeitstag ist sie früh fertig, hilft der Braut beim Anziehen, zieht vor ihr ein und hat den Tag über ein Auge auf Schleier, Tasche und Schminkzeug.
Davon ist nichts vorgeschrieben, und bei der Trauung selbst hat sie keine Pflicht. Braut und Brautjungfer legen miteinander fest, wie viel die Brautjungfer übernimmt, und das kann viel sein oder fast nichts.
Was eine Brautjungfer ist und wie alt der Brauch ist
Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache beschreibt die Brautjungfer, nach dem großen Duden, als „ledige Freundin oder Verwandte der Braut, die diese zur Kirche führt oder dem Paar im Hochzeitszug folgt“. In dieser Bedeutung ist das Wort seit dem 18. Jahrhundert belegt.
In Deutschland gab es den Brauch schon, bevor das Wort Brautjungfer aufkam.
Auf Bildern aus dem 16. Jahrhundert, etwa von Hans Holbein dem Jüngeren oder Hans Burgkmair, tragen Bräute und Brautjungfern auf dem Land denselben grünen Kranz mit Blumen im Haar. Ein Trachtenbuch von 1586 zeigt eine Nürnberger Braut mit ihrer Brautjungfer. Die Bilder verraten allerdings kaum, was diese Frauen damals genau taten.
Auf vielen Seiten im Netz steht, Brautjungfern hätten früher in ähnlichen Kleidern wie die Braut böse Geister verwirren sollen. Für diese Geschichte findet sich keine Quelle, auch wenn sie sich gut erzählen lässt.
Zur Frage, wie viele Bräute in Deutschland heute Brautjungfern haben, findet sich ebenfalls keine Umfrage. Ob es auf einer Hochzeit Brautjungfern gibt, entscheidet ohnehin die Braut.
Brautjungfer oder Trauzeugin: der Unterschied
Von den beiden Rollen kommt nur eine im Gesetz vor, die Trauzeugin.
Beim Standesamt kann das Paar einen oder zwei Trauzeugen dabeihaben, es muss aber keine. So steht es in § 1312 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, und diese Regel gilt seit dem 1. Juli 1998. Bei einer katholischen Trauung sind zwei Zeugen nötig, sonst ist die Ehe kirchlich nicht gültig. Bei einer anderen Trauform fragt die Braut am besten Pfarrer, Pfarrerin oder Rednerin, wie es dort ist. Wenn es Zeugen gibt, unterschreiben sie.
Die Brautjungfer kommt in keiner dieser Regeln vor, und sie unterschreibt nichts. Sie hilft in den Monaten der Planung, am Morgen beim Fertigmachen und beim Fest. Was die Trauzeugin vor und am Hochzeitstag übernimmt, steht ausführlich im Beitrag zu den Aufgaben der Trauzeugin.
Die Aufgaben vor der Hochzeit
Vor der Hochzeit bist Du vor allem Begleitung und ein zweites Paar Hände. Keiner der Punkte hier ist Pflicht. Such Dir mit der Braut aus, was zu Euch passt.
Dein Kleid. Die Braut entscheidet, ob alle Brautjungfern dieselbe Farbe tragen oder verschiedene Farben, die zur Deko passen. Am schönsten sucht Ihr die Kleider zusammen aus, an einem Nachmittag in der Stadt, mit allen, die Zeit haben. Damit Ihr in Ruhe Farbe und Schnitt findet, sagt die Braut Euch das am besten ein halbes Jahr vor der Hochzeit oder früher.
Der Junggesellinnenabschied. Ihr Brautjungfern plant ihn zusammen mit der Trauzeugin. Sprecht früh ab, wer was übernimmt. Im Beitrag zur Trauzeugin steht ein Fall aus einem Forum: Die Trauzeugin plante den Abschied und hatte gedacht, die Brautjungfern würden wenigstens bei der Planung helfen. Nur hatte ihnen das niemand gesagt.
Ideen sammeln. Wenn die Braut Bilder für Deko, Frisur und Farben sammelt und ihr Partner oder ihre Partnerin beim nächsten Tischdeko-Bild nur noch nickt, bist Du die Richtige zum Mitschauen.
Knöpfe und Schleifen üben. Wenn das Brautkleid viele kleine Knöpfe, eine Schnürung oder eine Schleife hat, lass Dir bei einer Anprobe zeigen, wie alles auf- und zugeht. Dann sitzt am Hochzeitsmorgen jeder Handgriff.
Die Aufgaben am Hochzeitstag
Am Hochzeitstag fängt Dein Teil früh an, beim Fertigmachen am Morgen. Wenn eine Stylistin kommt, frisiert und schminkt sie die Brautjungfern vor oder nach der Braut, je nachdem, wie sie arbeitet.
Ich würde die Brautjungfern zuerst fertig machen lassen, weil sie der Braut dann beim Anziehen helfen können und auf den ersten Fotos des Tages schon fertig sind.
Beim Anziehen hilfst Du mit den Knöpfen, die Du vorher geübt hast, und mit dem Schleier. Lass Dir zeigen, wie er sich abnehmen und wieder anstecken lässt, dann kannst Du das später übernehmen, wenn er stört.
Wenn es einen Einzug gibt, gehst Du vor der Braut in die Kirche oder den Saal und nimmst Deinen Platz ein. Die Braut bespricht ihn vorher mit dem Standesamt, dem Pfarrer oder der Rednerin bei einer freien Trauung. Bei der Trauung selbst darfst Du einfach dabei sein.
Beim Fest bist Du die, die ein paar Dinge griffbereit hat: die kleine Tasche der Braut, ihr Schminkzeug zum Auffrischen, ein paar Taschentücher. So muss die Braut nicht suchen, wenn sie gerade von Tisch zu Tisch geht.
Was nicht zu ihren Aufgaben gehört
Ein paar Dinge gehören zu anderen Rollen, und die darfst Du getrost abgeben.
Die Unterschrift. Bei der Trauung unterschreiben die Trauzeugen, wenn das Paar welche hat. Solange Du nicht zugleich Trauzeugin bist, hast Du damit nichts zu tun.
Den Ablauf ansagen. Irgendwer ruft am Tag die Gäste zu den Gruppenfotos und sagt, wann sich alle setzen. Dafür gibt es eine eigene Rolle, den Zeremonienmeister, etwa ein enger Freund oder jemand aus der Familie, der den Ablaufplan kennt.
Die Rede. Du musst keine Rede halten. Eher geht es andersherum: Zu den Aufgaben der Trauzeugin kann ein Toast auf die Brautjungfern gehören.
Alles bezahlen. Was Dein Kleid, Haare und Make-up oder der Junggesellinnenabschied kosten und wer das trägt, gehört vor dem ersten Kauf auf den Tisch. Mehr dazu steht unter Kleid, Kosten, Geschenk.
Wie viele Brautjungfern und wer es sein kann
Wenn Du die Braut bist, entscheidest Du, ob Du Brautjungfern möchtest und wie viele. Dafür gibt es keine Regel, und eine Umfrage, die für Deutschland eine übliche Zahl nennt, findet sich auch nicht.
In der Gästeliste meines Hochzeitsplaners „Mein kleines Hochzeitsbuch“ stehen fünf Zeilen für Brautjungfern. Das ist nur Platz zum Eintragen. Du darfst eine einzige Brautjungfer haben, die mit Dir Kleider anschaut und am Morgen die Knöpfe schließt, oder fünf, die vor Dir einziehen.
Du kannst fragen, wen Du gern an Deiner Seite hast: Deine Schwester, Deine beste Freundin aus der Schulzeit, die Cousine, mit der Du jeden Sommer verbracht hast. Im Wörterbuch ist von Freundinnen und Verwandten die Rede, und dabei muss es nicht bleiben: Auch ein guter Freund kann diese Rolle übernehmen. Wenn zwei Frauen heiraten, kann jede ihre eigenen Brautjungfern haben.
Für die ganz Kleinen gibt es noch eine eigene Rolle: Als Blumenkinder streuen sie vor der Braut Blüten.
Kleid, Kosten, Geschenk: wer zahlt was
Wer das Kleid einer Brautjungfer bezahlt, dafür gibt es keine feste Regel. Wenn Du die Braut bist, klärst Du das deshalb mit Deinen Brautjungfern.
Es geht dabei um drei Posten: das Kleid mit Schuhen und Schmuck, Haare und Make-up am Morgen und den Junggesellinnenabschied. Wenn Du als Braut ein bestimmtes Kleid möchtest, sag gleich dazu, ob Du es bezahlst, etwas dazugibst oder ob jede ihr Kleid selbst zahlt. Bei Haaren und Make-up fragst Du am besten Deine Stylistin, was es kostet, die Brautjungfern mitzumachen, und ob die Zeit am Morgen dafür reicht.
Wenn Ihr als Brautpaar die Kleidung ganz oder teilweise übernehmt, gehört sie als eigener Posten in Euer Budget.
So klärt Ihr die Kosten
Sprich es am besten gleich beim Fragen an, spätestens aber, bevor jemand etwas kauft. Sag, wer das Kleid bezahlt, ob Haare und Make-up am Morgen mit dazugehören und was der Junggesellinnenabschied ungefähr kosten darf. Dann kann jede in Ruhe zusagen, auch wenn ihr Budget knapp ist.
Und das Geschenk fürs Paar? Wenn Du Brautjungfer bist und Ihr zusammenlegt, sprecht vorher ab, was jede geben kann.
Umgekehrt geht es auch: Das Paar bedankt sich beim Fest bei den Menschen, die geholfen haben, und schenkt seinen Brautjungfern etwa ein Schmuckstück, das sie auch danach noch tragen können.
Wie Du Deine Brautjungfern fragst
Wenn Du die Braut bist, fragst Du Deine Brautjungfern am besten früh. Im Zeitplan meines Buchs steht diese Frage etwa elf Monate vor der Hochzeit, im selben Monat wie Location, Datum und Fotograf. Wenn Du später dran bist, ist das auch in Ordnung. Für die Kleider sollten Deine Brautjungfern aber rund ein halbes Jahr Zeit haben.
Frag jede persönlich und einzeln, bei einem Kaffee oder einem Spaziergang. Sag ihr gleich dazu, was Du Dir vorstellst, also welche Aufgaben, welches Kleid und was es ungefähr kostet, und dass sie auch Nein sagen darf. Dann kann sie in Ruhe überlegen, ob sie das schafft.
Nimm am besten die Aufgabenkarte mit, die Du gleich hier unten kostenlos herunterladen kannst. Dann kreuzt Ihr gleich zusammen an, was sie übernimmt und was nicht, und später muss niemand raten.
Sobald alle zugesagt haben, mach am besten eine Gruppe im Handy auf, für Termine, Treffpunkte und kurze Updates. Du musst die Texte dafür nicht jedes Mal neu formulieren: Im Kommunikations Kit stecken WhatsApp-Textbausteine für kleine Updates und letzte Infos an Gäste und Helfer.
Für Deine eigene Planung hat „Mein kleines Hochzeitsbuch“ eine Seite, auf der alle Rollen am Hochzeitstag beschrieben sind, von der Trauzeugin bis zu den Blumenkindern, und in der Gästeliste eigene Zeilen für Deine Brautjungfern. Und wenn Du als Brautjungfer etwas schenken möchtest, das bei der Planung hilft: Das Buch kommt in einer Geschenkbox, und auf Wunsch präge ich die Namen und das Datum des Paares aufs Cover.
Häufige Fragen zu den Aufgaben der Brautjungfer
Welche Aufgaben haben Brautjungfern?
Vor allem begleiten sie die Braut: bei den Kleidern, beim Junggesellinnenabschied, am Morgen beim Anziehen und beim Einzug. Die beiden besprechen miteinander, was genau dazugehört.
Was machen Brautjungfern bei der Hochzeit?
Sie machen sich vor der Braut fertig, helfen ihr ins Kleid und gehen beim Einzug vor ihr hinein. Beim Fest halten sie Tasche und Schminkzeug für sie bereit.
Ist die Brautjungfer dasselbe wie die Trauzeugin?
Nein. Die Trauzeugin kann bei der Trauung unterschreiben, und bei einer katholischen Trauung braucht es zwei Zeugen. Die Brautjungfer begleitet die Braut, eine rechtliche Aufgabe hat sie nicht.
Kannst Du Trauzeugin und Brautjungfer zugleich sein?
Ja. Dann unterschreibst Du als Zeugin und gehörst beim Fertigmachen und beim Einzug trotzdem zu den Brautjungfern.
Wie viele Brautjungfern sind üblich?
Das ist nicht geregelt. Frag als Braut so viele, wie Du Dir an Deiner Seite wünschst, auch eine reicht.
Musst Du als Braut Brautjungfern haben?
Nein. Die Rolle ist ein Brauch, und Eure Hochzeit ist ohne Brautjungfern genauso vollständig.
Wer kann Brautjungfer sein?
Jede und jeder, den die Braut gern an ihrer Seite hat, ob Schwester, Freundin, Cousine oder ein guter Freund. Es gibt dafür keine Vorgaben.
Darfst Du als Brautjungfer verheiratet sein?
Ja. Das Wörterbuch beschreibt die Brautjungfer zwar als ledige Freundin, eine Regel ist das heute aber nicht. Die Braut fragt, wen sie möchte.
Ab welchem Alter kann jemand Brautjungfer sein?
Es gibt kein Mindestalter, weil die Rolle in keinem Gesetz steht. Kleine Kinder können auch Blumenkinder sein und Blüten streuen.
Wann fragst Du als Braut Deine Brautjungfern?
Am besten fragst Du, sobald Datum und Location stehen. Spätestens ein halbes Jahr vorher sollten sie Bescheid wissen, damit genug Zeit für die Kleider bleibt.
Wer zahlt die Brautjungfernkleider?
Braut und Brautjungfern legen das selbst fest. Die Braut kann zahlen, jede Brautjungfer selbst, oder sie teilen sich den Betrag. Klärt das, bevor jemand bestellt.
Wie heißen Brautjungfern beim Bräutigam?
Im Wörterbuch heißen sie Brautführer: Freunde oder Verwandte, die das Brautpaar zusammen mit den Brautjungfern begleiten. In meinem Buch stehen sie in der Gästeliste in der Gruppe des Bräutigams, zusammen mit dem Trauzeugen.
Wie viel schenkst Du als Brautjungfer?
Es gibt keinen festen Betrag. Rechne mit, was Kleid und Junggesellinnenabschied Dich schon kosten, und schenk, was dann noch gut passt.
Wo stehen die Brautjungfern bei der Trauung?
Das ist nicht festgelegt. Bei einem Einzug gehen sie vor der Braut hinein und nehmen dann die Plätze ein, die das Paar vorher mit der Kirche oder dem Standesamt abgesprochen hat.
Was tragen Brautjungfern?
Die Braut entscheidet das, etwa eine Farbe für alle oder mehrere Farben, die zusammenpassen. Und jede sollte sich darin wohlfühlen.
Zum Schluss
Wenn die Braut Dich gerade gefragt hat, schreib ihr heute noch, dass Du Dich freust, und verabrede Dich mit ihr auf einen Kaffee. Wenn Du die Braut bist, schreib heute Abend die Namen auf, die Dir zuerst einfallen, und leg die Aufgabenkarte daneben.
Ihr klärt den Rest in dem Gespräch danach, und das darf ruhig bei einem zweiten Kaffee weitergehen.
Bedeutung und Alter des Wortes: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, „Brautjungfer“ (Bedeutung nach Duden, Alter nach Pfeifer). Brautführer: Duden, „Brautführer“. Brautjungfern auf Bildern des 16. Jahrhunderts: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, „Brautkranz, Brautkrone“ (Otto Bramm, 1942), Sp. 1129. Trauzeugen beim Standesamt: § 1312 BGB. Die Regel gilt seit dem Eheschließungsrechtsgesetz vom 4. Mai 1998, in Kraft seit 1. Juli 1998. Zwei Zeugen bei der katholischen Trauung: can. 1108 § 1 Codex des kanonischen Rechtes und kirchlich-heiraten.de, Bistum Münster. „Mein kleines Hochzeitsbuch“: Zeitplan S. 11, Hilfe beim Ideensammeln S. 19, Rollen am Hochzeitstag S. 22 und 23, Budgetplaner S. 31, Gästeliste S. 36, Einzug S. 45, Tasche und Verschlüsse S. 97 und 98, Kleidung der Brautjungfern S. 100, Geschenke für Helfer S. 114, Haare und Make-up S. 118 und 119. Kommunikations Kit und Buch: Produktseiten im Shop. Stand September 2026.
