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Veröffentlicht von Dominik Neugebauer am 02.10.2026
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- In Umfragen zahlen die meisten Paare ihre Hochzeit selbst. In der WeddyPlace-Studie 2024 mit 634 Paaren zahlten über drei Viertel alles selbst.
- Dort bekam jedes sechste Paar Geld von den Eltern dazu, und bei 1,9 Prozent zahlten die Eltern alles. In der Studie 2023 mit 3.185 Paaren bekam etwa jedes vierte Paar Geld von den Eltern. WeddyPlace hat jedes Mal andere Paare befragt, deshalb zeigen die Zahlen keinen Trend.
- Eine Vorschrift, nach der Eure Eltern etwas zahlen müssen, findet sich im Gesetz nicht, auch nicht für die Eltern der Braut.
- Für Kleid, Anzug, Ringe und Torte gibt es keine feste Regel. Eure Eltern können einen Betrag geben oder einen Posten übernehmen, etwa das Kleid.
- Redet zuerst zu zweit, dann mit Euren Eltern, am besten bevor Ihr die Location bucht. Schreibt auf, was Ihr ausmacht.
Vielleicht liegt das erste Angebot einer Location vor Euch, und Ihr fragt Euch, wer das alles bezahlen soll. Oder Eure Mutter hat beim Sonntagskaffee gefragt, ob Ihr schon wisst, was die Feier kostet, und Ihr wart Euch nicht sicher, ob das eine Frage war oder ein Angebot.
In beiden Fällen geht es um dasselbe: Wer zahlt die Hochzeit, und wie sprecht Ihr mit Euren Eltern darüber, ohne dass es am Tisch still wird?
Wer zahlt die Hochzeit?
In den Umfragen, die es dazu in Deutschland gibt, zahlen die meisten Paare ihre Hochzeit selbst. Für die Hochzeitsstudie 2024 hat die Plattform WeddyPlace 634 Paare online befragt. Über drei Viertel davon zahlten alles selbst, jedes sechste Paar bekam Geld von den Eltern dazu, und bei 1,9 Prozent haben die Eltern alles bezahlt.
Eine Vorschrift, nach der Eltern etwas dazugeben müssen, findet sich im Gesetz nicht, auch nicht für die Eltern der Braut. Im Gespräch klärt Ihr, ob und wie viel sie geben. Das geht am leichtesten, bevor Ihr die ersten Verträge unterschreibt.
Wer die Hochzeit traditionell zahlt
Wenn Ihr nach der Tradition fragt, bekommt Ihr wahrscheinlich die Antwort: Das machen die Eltern der Braut. Für Deutschland ist das als allgemeiner Brauch aber nicht belegt.
Im Gesetz stand bis 1958 etwas anderes: Wenn eine Tochter heiratete, musste ihr Vater ihr eine angemessene Aussteuer geben, „zur Einrichtung des Haushalts“. Das galt, soweit er es sich leisten konnte und sie nicht selbst genug Vermögen dafür hatte. Die Mutter musste nur einspringen, wenn der Vater es nicht konnte oder gestorben war. Mit dem Gleichberechtigungsgesetz fiel dieser Anspruch am 1. Juli 1958 weg. Um die Kosten der Feier ging es dabei nicht.
Ob Eure Eltern etwas dazugeben, entscheiden sie selbst.
Das gilt heute für alle Eltern gleich, auf welcher Seite sie auch stehen. Wenn Eure Eltern noch mit der alten Vorstellung aufgewachsen sind, erwarten sie vielleicht, dass Ihr sie fragt. Oder sie halten sich zurück, bis Ihr den Anfang macht. Beides ist ein guter Grund, das Thema selbst anzusprechen.
Wer heute zahlt: Paar, Eltern oder beide
Zwei Umfragen der Hochzeitsplattform WeddyPlace zeigen, wie es heute aussieht. Für die Studie 2023 hat sie 3.185 Paare befragt: Etwa zwei Drittel zahlten alles selbst, und etwa jedes vierte Paar bekam Geld von den Eltern. Für die Studie 2024 waren es 634 Paare: Über drei Viertel zahlten alles selbst, und jedes sechste Paar bekam Geld von den Eltern. Bei diesen Paaren von 2024 kostete die Hochzeit im Schnitt rund 15.450 Euro.
Dass es 2024 weniger waren, heißt nicht, dass Eltern heute weniger geben. WeddyPlace hat jedes Mal andere Paare online befragt, und wie die Plattform sie ausgewählt hat, steht in den Studien nicht. Die Zahlen zeigen also, wie es bei den befragten Paaren war, und sprechen nicht für alle Paare in Deutschland. Amtlich zählt das Statistische Bundesamt die Eheschließungen, 2025 waren es rund 348.800. Es fragt nicht nach Kosten oder Geldgebern.
In der Studie 2024 war es die Ausnahme, dass die Eltern alles bezahlt haben. Wenn Ihr die Feier selbst tragt, seid Ihr also in guter Gesellschaft. Und wenn Eure Eltern etwas dazugeben, schenken sie Euch etwas.
Wer zahlt was: Kleid, Anzug, Ringe, Torte und Essen
Für einzelne Posten wie das Kleid, den Anzug, die Ringe oder die Torte gibt es keine feste Regel, wer sie zahlt. Im Netz findet Ihr Listen, die das Kleid den Eltern der Braut und die Ringe dem Bräutigam zuordnen. Keine davon ist für Deutschland belegt.
Wenn Eure Eltern etwas dazugeben möchten, gibt es zwei Wege. Sie geben Euch einen festen Betrag, und Ihr entscheidet, wofür Ihr ihn ausgebt. Oder sie übernehmen einen bestimmten Posten, zum Beispiel das Kleid, die Torte oder das Essen. Mit einem Betrag habt Ihr freie Hand. Ein Posten ist greifbarer, weil Eure Eltern dann genau wissen, wofür ihr Geld da ist.
Am meisten Geld steckt in der Location mit Essen und Getränken. In der WeddyPlace-Studie 2024 ging im Schnitt gut die Hälfte des Geldes dorthin, rund 7.800 Euro.
Klärt bei einem Posten vorher, wer den Rest zahlt, wenn der Posten teurer wird als gedacht. Wenn Eure Eltern das Essen übernehmen und am Ende zwanzig Gäste mehr kommen, wisst Ihr dann schon, wer die zwanzig Essen mehr bezahlt.
Wenn zwei Familien verschiedene Traditionen mitbringen
Wer bei Euch was zahlt, kann auch davon abhängen, was Eure Familien von zu Hause kennen. Wenn eine Familie etwa türkische, polnische oder italienische Wurzeln hat, bringt sie vielleicht andere Vorstellungen mit als die andere. Auch zwei Familien aus demselben Ort können es unterschiedlich halten.
Fragt deshalb Eure Eltern selbst, was bei ihnen üblich war, wer bei ihrer eigenen Hochzeit was bezahlt hat und was sie sich heute wünschen.
Legt danach beide Antworten nebeneinander, erst einmal zu zweit. Wo sie sich unterscheiden, entscheidet Ihr als Paar, was Ihr übernehmt. Ihr könnt aus jeder Tradition das mitnehmen, was zu Euch passt. Sagt beiden Familien vorher, was Ihr vorhabt, damit niemand erst am Hochzeitstag davon erfährt.
Wann und wie Ihr mit Euren Eltern über Geld redet
Über Geld zu reden, muss nicht förmlich sein. Ein Kaffee am Sonntag reicht, oder ein Spaziergang. Ich würde mit Euren Eltern sprechen, bevor Ihr die Location bucht, weil für Location und Essen das meiste Geld draufgeht und Ihr dann gleich in der passenden Preisklasse sucht.
Redet vorher zu zweit darüber, wie Ihr feiern wollt, was Ihr selbst zahlen könnt und was Ihr Euch von Euren Eltern wünschen würdet. Dann sprecht Ihr im Gespräch mit einer Stimme.
Ob Ihr beide Elternpaare zusammen fragt oder einzeln, hängt davon ab, wie gut sie sich kennen. Einzeln sagt jedes Elternpaar leichter, was geht, und muss sich nicht mit dem anderen vergleichen. Wenn Eure Eltern getrennt leben, sprecht Ihr am besten auch mit beiden einzeln.
Den Anfang dürft Ihr ganz direkt machen, etwa so: Wir planen gerade unsere Hochzeit und wollen wissen, womit wir rechnen können. Möchtet Ihr etwas dazugeben? Es ist völlig in Ordnung, wenn nicht. Mit dem letzten Satz nehmt Ihr beiden Seiten den Druck.
So fragt Ihr nach
Klärt im Gespräch vier Dinge: ob Eure Eltern einen Betrag geben oder einen Posten übernehmen, bis wann das Geld da ist, ob Eure Eltern sich dafür etwas wünschen, zum Beispiel bestimmte Gäste oder die Trauung in ihrer Kirche, und wer den Rest zahlt, wenn ein Posten teurer wird.
Schreibt danach kurz auf, was Ihr besprochen habt, und schickt es Euren Eltern als Nachricht. So erinnert Ihr Euch in einem Jahr alle an dasselbe.
Zum Aufschreiben könnt Ihr Euch hier unten kostenlos ein Blatt herunterladen, mit einer Spalte für jede Familie.
Wenn Eltern zahlen und mitreden wollen
Wenn am Geld ein Wunsch hängt, ist das erst einmal nichts Schlimmes. Vielleicht möchten Eure Eltern ihre Nachbarn einladen, oder sie wünschen sich die Trauung in ihrer Kirche und das Essen im Gasthaus im Ort. Sprecht solche Wünsche schon beim ersten Gespräch an, dann weiß jeder, woran er ist.
Überlegt danach zu zweit, welche Wünsche Ihr gern erfüllt und welche nicht. Wenn ein Wunsch nicht zu Euch passt, könnt Ihr freundlich nein sagen und Euch trotzdem für das Angebot bedanken. Oder Ihr nehmt weniger Geld an und entscheidet dafür selbst.
Ihr könnt zum Beispiel sagen: Wir freuen uns sehr über Eure Hilfe. Wir möchten die Gästeliste aber selbst machen, damit die Plätze für die Menschen reichen, die uns beiden nah sind.
Wenn danach weniger Gäste kommen können, als sich Eure Eltern gewünscht haben, müsst Ihr das manchen Menschen auch sagen. Für solche Nachrichten, etwa wenn die Plätze begrenzt sind oder Ihr ohne Kinder feiert, gibt es in meinem Kommunikations Kit fertige Textbausteine.
Wenn keiner zuschießt und Ihr alles selbst tragt
Wenn Eure Eltern nichts dazugeben, weil sie es nicht können oder nicht wollen, plant Ihr mit dem, was Ihr habt. Selbst zahlen war in beiden Umfragen oben die häufigste Antwort.
Fangt mit dem Betrag an, den Ihr ausgeben wollt, und rechnet von dort aus, was hineinpasst. Wie das Posten für Posten geht, steht im Beitrag zum realistischen Hochzeitsbudget. Der Beitrag zum Hochzeitsaufschlag erklärt, warum manches teurer wird, sobald „Hochzeit“ draufsteht.
Etwa jedes 19. Paar aus der WeddyPlace-Studie 2024 hat für die Hochzeit einen Kredit aufgenommen. Wenn Ihr darüber nachdenkt, rechnet mit ein: Die Raten laufen dann noch, wenn die Feier längst vorbei ist.
Eltern, die kein Geld geben, können vielleicht auf andere Art helfen: einen Kuchen backen, am Tag die Gäste begrüßen oder beim Aufbau mit anpacken.
Schreibt zu jedem Posten dazu, wer ihn zahlt. Das geht auf Papier, mit dem Blatt aus dem Kasten weiter oben, oder am Rechner in meinem digitalen Hochzeitsplaner, der ein eigenes Tabellenblatt für das Budget hat.
Häufige Fragen dazu, wer die Hochzeit zahlt
Wer bezahlt die Hochzeit?
Meistens das Paar selbst. Das zeigen die Umfragen, die es für Deutschland gibt, etwa die WeddyPlace-Studie 2024 mit 634 Paaren. Die Eltern geben öfter einen Teil dazu, und nur selten übernehmen sie alles.
Wer bezahlt die Hochzeit traditionell?
Dass traditionell die Eltern der Braut zahlen, ist als allgemeiner Brauch in Deutschland nicht belegt. Im Gesetz stand bis 1958 nur die Aussteuer, auf die eine Tochter Anspruch hatte. Sie war für den neuen Haushalt gedacht.
Wer zahlt in Deutschland die Hochzeit?
Keine amtliche Statistik zählt das, es gibt nur Umfragen von Hochzeitsplattformen. Bei WeddyPlace bekam 2023 etwa jedes vierte befragte Paar Geld von den Eltern, 2024 war es jedes sechste, jedes Mal unter anderen Paaren.
Wer bezahlt die Hochzeit der Tochter?
Eine Pflicht dazu findet sich im Gesetz nicht. Ob die Eltern einer Tochter etwas dazugeben, entscheiden sie selbst, genauso wie die Eltern auf der anderen Seite.
Wer bezahlt die Hochzeit des Sohnes?
Für die Eltern eines Sohnes gilt dasselbe wie für die Eltern einer Tochter: Sie können etwas dazugeben, wenn sie möchten. Die alte Aussteuer betraf nur Töchter, und der Anspruch darauf fiel 1958 weg.
Müssen Eltern die Hochzeit ihrer Kinder bezahlen?
Nein. Eine Vorschrift, nach der Eltern die Hochzeit ihrer Kinder bezahlen müssen, findet sich im Gesetz nicht. Was sie dazugeben, geben sie freiwillig.
Wer zahlt was bei der Hochzeit?
Es gibt keine verbindliche Aufteilung, das legt Ihr selbst fest. Eure Eltern können einen festen Betrag geben oder einzelne Posten übernehmen, und Ihr zahlt den Rest.
Wer bezahlt die Hochzeitstorte?
Das kann jeder übernehmen, der möchte. Fragt vorher bei Eurer Location oder Eurem Partyservice (Caterer), ob die Torte im Angebot schon drin ist. Wenn nicht, ist sie ein eigener Posten, zum Beispiel für jemanden aus der Familie, der etwas dazugeben möchte.
Wer bezahlt die Eheringe?
Die Ringe könnt Ihr selbst bezahlen oder sie Euch schenken lassen. Weil Ihr sie jeden Tag tragt, sucht Ihr sie aber auch dann selbst aus, wenn jemand anderes zahlt.
Wer zahlt das Hochzeitskleid?
Ihr entscheidet selbst, wer es bezahlt, die Braut, das Paar zusammen oder jemand aus der Familie. Klärt den Betrag vor dem ersten Termin im Brautmodengeschäft, sonst steht Ihr vielleicht vor einem Kleid, das Euch gefällt und darüber liegt.
Wer zahlt den Anzug des Bräutigams?
Beim Anzug ist es wie beim Kleid: Es gibt keine Regel. Wenn jemand aus der Familie das Kleid bezahlt, sprecht auch den Anzug an, damit sich niemand übergangen fühlt.
Wer zahlt das Hochzeitsessen?
Dafür gibt es keine feste Regel. Zusammen mit der Location ist das Essen aber der teuerste Posten, und dort macht ein Zuschuss am meisten aus. Wenn Eure Eltern das Essen übernehmen wollen, klärt, ob die Getränke dazugehören.
Zum Schluss
Nehmt Euch zu zweit einen Zettel und schreibt eine Zahl darauf: den Betrag, den Ihr selbst tragen wollt. Auf der ersten Seite des Blatts weiter oben ist dafür eine Zeile frei. Mit dieser Zahl geht Ihr ins Gespräch mit Euren Eltern, und alles, was sie dazugeben, kommt obendrauf. Wenn sie weniger geben als erhofft, geht Eure Rechnung trotzdem auf, weil Ihr ohne ihr Geld geplant habt.
Der Überblick Hochzeit planen zeigt Euch, was nach dem Geld als Nächstes dran ist.
Wer die Hochzeit zahlt, Kosten und Location mit Essen und Getränken: WeddyPlace Hochzeitsstudie 2024 (634 Paare, online befragt vom 1. März bis 3. April 2024, ohne Angabe, wie die Paare ausgewählt wurden) und WeddyPlace Hochzeitsstudie 2023 (3.185 Paare, online befragt vom 16. Februar bis 9. März 2023). Zahl der Eheschließungen 2025: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 26. Juni 2026. Aussteuer: § 1620 BGB in der Fassung bis 30. Juni 1958 (lexetius.com), weggefallen mit dem Gleichberechtigungsgesetz vom 18. Juni 1957, in Kraft seit 1. Juli 1958 (gesetze-im-internet.de). Kommunikations Kit und digitaler Hochzeitsplaner: Produktseiten im Shop. Stand September 2026.
