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Veröffentlicht von Dominik Neugebauer am 22.08.2026
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Die Ehe meldet Ihr frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin an — und die Anmeldung gilt sechs Monate.
- Jeder von Euch braucht drei Dinge: Ausweis, beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtsregister (max. 6 Monate alt), erweiterte Meldebescheinigung (max. 14 Tage alt).
- Die Meldebescheinigung holt Ihr zuletzt. Daran scheitern die meisten.
- Die Gebühren setzen Land und teils Stadt fest: Die Anmeldung kostet 40 € in Köln, 75 € in Braunschweig, Stand 2026. Was noch dazukommt, steht im Beitrag zu den Kosten.
- Geschieden, verwitwet, Kinder oder kein deutscher Pass? Dann kommen Papiere dazu — plant mehr Vorlauf ein.
Wann müsst Ihr eigentlich zum Standesamt — und was nehmt Ihr mit?
Viele Paare stellen diese Frage erst spät. Die Location steht, der Termin ist gesetzt, die Save-the-Dates sind raus, und dann sagt jemand beiläufig: „Ihr habt die Ehe aber schon angemeldet, oder?“ Danach folgt eine unruhige Woche mit Telefonaten beim Geburtsstandesamt und der Frage, ob eine Urkunde noch gilt.
Das musst Du nicht mitmachen. Der Papierkram vor Eurer Hochzeit ist überschaubar, wenn Du weißt, was wann drankommt. Diese Seite ist die Übersicht: Sie führt Euch der Reihe nach durch Anmeldung, Unterlagen und Ablauf — und schickt Euch weiter, sobald ein Thema einen eigenen Beitrag hat.
Wohin willst Du zuerst?
Unterlagen — die drei Papiere pro Person, dazu die 14-Tage-Falle und die Sonderfälle.
Ablauf und Termin — der Anruf beim Standesamt und was beim Anmeldetermin passiert.
Kosten — die Kurzfassung findet Ihr weiter unten, die einzelnen Gebühren in Was kostet die standesamtliche Hochzeit?
Checkliste — zehn Punkte zum Abhaken, wenn Du nur die Reihenfolge brauchst.
Was ist eine standesamtliche Trauung?
Die standesamtliche Trauung ist der Termin, an dem Eure Ehe rechtlich entsteht. Nach § 1310 BGB kommt sie nur dadurch zustande, dass Ihr beide vor dem Standesbeamten erklärt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen. Freie Trauung, Kirche und Feier stehen daneben — sie ersetzen diesen Termin nicht. Davor liegt die Anmeldung der Eheschließung.
Alles Weitere auf dieser Seite hängt an diesen beiden Terminen: erst die Anmeldung, dann die Trauung. Dazwischen liegt ein Zeitfenster, und das ist enger, als die meisten erwarten. Falls Ihr ganz am Anfang steht, hilft Dir vorher vielleicht die Übersicht über die ersten zehn Planungsschritte.
Das eine Zeitfenster, das alles bestimmt
Ihr könnt Eure Ehe frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin anmelden. Und die Anmeldung gilt sechs Monate. Danach müsst Ihr sie wiederholen.
Zwischen zu früh und abgelaufen liegt also ein enges Fenster, und darin muss Euer Termin liegen. Die gute Nachricht dabei: Innerhalb dieser sechs Monate könnt Ihr das Standesamt für die Trauung bundesweit frei wählen — auch ein anderes als das, bei dem Ihr angemeldet habt.
Trag Dir zwei Tage in den Kalender ein, sobald der Hochzeitstermin steht:
- Sechs Monate vorher — ab hier ist die Anmeldung möglich.
- Acht Wochen vorher — spätestens jetzt gehst Du hin, damit fehlende Papiere noch nachkommen können.
Schritt 1: Beim Standesamt anrufen, bevor Du irgendetwas besorgst
Zuständig ist das Standesamt der Gemeinde, in der einer von Euch wohnt. Ruf dort an und frag drei Dinge:
- Welche Unterlagen wollen die von Euch beiden genau?
- Welche Termine gibt es überhaupt für Euren Wunschmonat?
- Was kostet die Anmeldung bei ihnen?
Der Anruf lohnt sich, weil die Antworten sich von Ort zu Ort unterscheiden. Ein Beispiel: Die Anmeldung kostet in Köln 40 Euro, in Bochum 55 und in Braunschweig 75 — Stand 2026, drei Städte, zwei Bundesländer. Manche Standesämter besorgen Eure Geburtsurkunde selbst, andere schicken Euch damit los.
Schritt 2: Was Ihr beide mitbringt
Die Anmeldung der Eheschließung — so heißt der Vorgang beim Amt
Was Ihr vielleicht noch „das Aufgebot bestellen“ nennt, heißt beim Standesamt Anmeldung der Eheschließung. In vielen Gebührenverzeichnissen steht dafür noch ein dritter Begriff: Prüfung der Ehefähigkeit oder Prüfung der Ehevoraussetzungen. Gemeint ist jedes Mal dasselbe — das Amt prüft anhand Eurer Unterlagen, ob Ihr heiraten dürft. Erst danach vereinbart Ihr den Trautermin.
Die drei Papiere pro Person
Wenn Ihr beide ledig und in Deutschland geboren seid, ist die Liste kurz. Jeder von Euch bringt mit:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass, unterschrieben.
- Beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtsregister — den bekommst Du beim Standesamt Deines Geburtsorts. Er darf höchstens sechs Monate alt sein.
- Erweiterte Meldebescheinigung vom Einwohnermeldeamt Deines Wohnorts. Und die darf höchstens 14 Tage alt sein.
Auf diese 14 Tage schaust Du bitte zweimal. Wer sich pflichtbewusst alle Papiere auf einmal besorgt, merkt es erst am Tag der Anmeldung: Die Meldebescheinigung ist abgelaufen, und er darf noch einmal los.
Die Meldebescheinigung holst Du zuletzt. Daran scheitern die meisten.
So geht es
Merk Dir die Reihenfolge: Erst den Termin beim Standesamt festmachen, dann den Ausdruck aus dem Geburtsregister besorgen — und die Meldebescheinigung ganz zum Schluss, wenige Tage vor dem Termin.
Achtung, Frist
Die Geburtsurkunde aus Eurem Familienstammbuch reicht meistens nicht. Das Standesamt möchte einen aktuellen beglaubigten Ausdruck sehen, und der darf am Tag der Anmeldung höchstens sechs Monate alt sein. Ein Dokument von 1995 taugt dafür nicht.
Schritt 3: Sonderfälle — hier kommen Papiere dazu
Wenn einer von Euch geschieden ist
Ihr braucht eine beglaubigte Abschrift des Eheregisters der letzten Ehe mit dem Auflösungsvermerk. Alternativ gehen die Eheurkunde und das rechtskräftige Scheidungsurteil zusammen.
Bei einer Scheidung im Ausland wird es aufwendiger. In Deutschland muss sie meist erst die Landesjustizverwaltung anerkennen, und das dauert. Melde Dich in diesem Fall früher als sechs Monate vorher beim Standesamt und frag nach dem Weg — dann läuft die Anerkennung, während Ihr den Rest plant.
Wenn einer von Euch verwitwet ist
Dann legt Ihr die Abschrift aus dem Eheregister mit Auflösungsvermerk vor. Alternativ die Eheurkunde zusammen mit der Sterbeurkunde des früheren Ehepartners.
Wenn Ihr gemeinsame Kinder habt
Bringt die Geburtsurkunden der Kinder mit, dazu die Vaterschaftsanerkennung und die Sorgerechtserklärung, falls es die gibt.
Wenn einer von Euch keinen deutschen Pass hat
Dann verlangt das Standesamt in der Regel ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland. Das Zeugnis gilt sechs Monate ab dem Tag der Ausstellung — heiratet Ihr später, braucht Ihr ein neues. Stellt das Heimatland kein solches Zeugnis aus, befreit der Präsident des zuständigen Oberlandesgerichts davon — auch diese Befreiung gilt sechs Monate, und sie braucht Vorlauf. Rechnet hier großzügig, gern ein Dreivierteljahr.
Schritt 4: Zur Anmeldung geht Ihr gemeinsam
Beide erscheinen persönlich beim Standesamt. Kann einer von Euch an dem Tag nicht, geht es auch mit einer Vollmacht — fragt vorher, welches Formular das Amt dafür haben möchte.
Bei diesem Termin prüft das Standesamt, ob Ihr heiraten dürft, und Ihr klärt zwei Dinge, die viele Paare überraschen.
Wie heißt Ihr künftig?
Ihr könnt einen gemeinsamen Ehenamen bestimmen — oder es lassen. Bestimmt Ihr keinen, behaltet Ihr beide einfach die Namen, die Ihr am Tag der Hochzeit tragt. Als Ehenamen könnt Ihr wählen:
- den Geburtsnamen eines von Euch beiden,
- den Namen, den einer von Euch gerade führt,
- oder einen Doppelnamen aus beiden Namen — mit Bindestrich, auf Wunsch auch ohne.
Der echte Doppelname als Ehename ist der große Unterschied zum alten Recht: Diesen Namen tragen dann beide, und Kinder können ihn erben. Davon zu trennen ist der Begleitname. Den stellt nur derjenige von Euch seinem Namen voran oder hängt ihn an, dessen Name nicht Ehename geworden ist — und das geht nicht, wenn der Ehename selbst schon ein Doppelname ist.
Das Gesetz möchte, dass Ihr den Ehenamen gleich bei der Trauung bestimmt. Später geht es auch noch, dann muss die Erklärung aber öffentlich beglaubigt werden — ein zusätzlicher Termin und zusätzliche Gebühren. Redet also vorher darüber, nicht erst im Trauzimmer.
Wollt Ihr Trauzeugen?
Trauzeugen waren früher der Regelfall, heute sind sie eine Wahl. Das Gesetz verlangt keine. Wenn Ihr welche haben möchtet, dürfen es bis zu zwei sein, und sie brauchen am Trautag ihren Ausweis. Sagt ihnen früh Bescheid und sagt auch, was Ihr Euch von ihnen wünscht — der meiste Ärger vor der Hochzeit entsteht aus Annahmen, über die niemand gesprochen hat. Was auf eine Trauzeugin wirklich zukommt, steht in Aufgaben der Trauzeugin; über Missverständnisse in der Planung gibt es einen eigenen Beitrag.
Die häufigsten Fehler bei der Anmeldung
Alle fünf Punkte hier hängen an den Fristen und Zuständigkeiten von weiter oben. Sie kosten Euch nicht den Trautermin, aber jedes Mal einen zweiten Weg zum Amt.
1. Die Meldebescheinigung zu früh geholt
Der Klassiker. Sie gilt 14 Tage, gerechnet auf den Tag der Anmeldung. Wer sie zusammen mit dem Ausdruck aus dem Geburtsregister besorgt, hat sie am Termin fast immer verfallen.
2. Die alte Urkunde aus dem Stammbuch mitgebracht
Das Standesamt will einen aktuellen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtsregister, nicht das Papier von damals. Bestell ihn beim Standesamt Deines Geburtsorts — bei vielen Ämtern geht das schriftlich oder online.
3. Bei einem Sonderfall zu spät angefangen
Eine Scheidung im Ausland, ein fehlendes Ehefähigkeitszeugnis, eine Befreiung über das Oberlandesgericht: Das sind Wochen bis Monate, und sie laufen nicht parallel zu Eurer Planung, wenn Ihr sie erst zwei Monate vorher anstoßt.
4. Nur einer geht hin
Zur Anmeldung müsst Ihr beide da sein. Wenn das nicht geht, braucht der Abwesende eine Vollmacht — und zwar die, die das Amt sehen will, nicht irgendeine.
5. Nicht gefragt, was das eigene Amt verlangt
Die Gewohnheiten unterscheiden sich von Amt zu Amt, die Gebühren von Land zu Land und teils von Stadt zu Stadt. Ein Anruf dauert fünf Minuten und ersetzt jede Liste aus dem Internet, auch diese hier.
Achtung, Frist
Wenn Ihr an einem Samstag heiraten wollt oder einen beliebten Trauort im Blick habt: Die Termine dafür sind in vielen Städten Monate im Voraus weg. Der Termin ist knapper als die Papiere.
Was die standesamtliche Hochzeit kostet — kurz
Was das Amt Euch berechnet, hängt an vier Posten: der Prüfung der Ehefähigkeit bei der Anmeldung, der Eheurkunde, möglichen Zuschlägen und den neuen Ausweispapieren, falls einer von Euch den Namen wechselt.
Für die Anmeldung zahlt Ihr in Köln 40 Euro und in Braunschweig 75, Stand 2026. Die Eheurkunde kostet in Berlin und Bayern 12 Euro, in Braunschweig sind es seit dem 1. Januar 2026 20. Wo das Gebührenverzeichnis es ausweist, kostet jedes weitere Exemplar im selben Vorgang die Hälfte — nehmt deshalb gleich mehrere mit.
Diese Spanne kommt dabei nicht allein aus dem Landesrecht. In Nordrhein-Westfalen dürfen die Kommunen eigene Gebührensätze festlegen: Köln nimmt 40 Euro, Bochum 55. Dasselbe Land, derselbe Vorgang, gut ein Drittel Unterschied.
In Baden-Württemberg und Niedersachsen kommt die Trauung selbst als eigene Position dazu, auch im Normalfall. Teurer wird es außerdem durch drei Abweichungen: ein Samstagstermin, ein Trauort außerhalb der Amtsräume, ein anderes Standesamt als das der Anmeldung. Was die drei einzeln kosten und welche Raummiete daneben anfällt, steht in Was kostet die standesamtliche Hochzeit? Dort stehen auch die vier Fragen, mit denen Ihr Euren eigenen Betrag am Telefon herausbekommt.
Sobald der Termin steht, gehören diese Beträge in Eure Planung. Wo Ihr sie einsortiert, zeigt die Anleitung für ein realistisches Hochzeitsbudget — und die Posten, die sonst gern durchrutschen, stehen bei den versteckten Hochzeitskosten.
Standesamt, Kirche, freie Trauung — was zuerst kommt
Hier hilft ein nüchterner Satz aus dem Gesetz: Eine Ehe kommt in Deutschland nur dadurch zustande, dass Ihr beide vor dem Standesbeamten erklärt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen. Alles andere ist die Feier drumherum.
Für Euch heißt das ganz praktisch:
- Die freie Trauung ist rechtlich nichts. Sie darf so aussehen, wie Ihr wollt, an jedem Ort und mit jedem Menschen als Rednerin oder Redner — sie macht Euch aber nicht zu Eheleuten.
- Die kirchliche Trauung ist seit dem neuen Personenstandsgesetz von 2009 gesetzlich nicht mehr an die Reihenfolge gebunden; das alte Verbot der religiösen Voraustrauung gibt es nicht mehr. Die Kirchen selbst haben dazu aber eigene Regeln, und die meisten möchten die standesamtliche Trauung weiterhin vorher sehen. Frag im Pfarrbüro nach, bevor Ihr Termine festzurrt.
- Das Standesamt terminiert Ihr also zuerst. Es ist der Termin, den Ihr am wenigsten verschieben könnt.
Wenn Ihr an zwei Tagen feiert — Standesamt an einem Freitag, große Feier am Samstag —, plant den Abstand bewusst. Zwei volle Festtage hintereinander klingen schön und sind anstrengender, als sie sich anfühlen, wenn Ihr sie plant. Falls Euch die Anspannung vor solchen Terminen ohnehin beschäftigt: wie Hochzeitsstress entsteht und was dagegen hilft.
Wenn Ihr im Ausland heiraten wollt
Barfuß am Strand, in einer Kapelle in Italien, im Standesamt einer dänischen Kleinstadt: Das geht, und es ist weniger exotisch, als es klingt. Nur läuft der Papierkram anders herum.
Vorher: das Ehefähigkeitszeugnis
Die meisten Länder verlangen von Euch ein Ehefähigkeitszeugnis. Das ist die Bestätigung Eures deutschen Standesamts, dass nach deutschem Recht nichts gegen Eure Ehe spricht. Zuständig ist das Standesamt an Eurem Wohnsitz. Habt Ihr keinen Wohnsitz in Deutschland, ist es das Standesamt Eures letzten Wohnsitzes — und wer nie hier gemeldet war, landet beim Standesamt I in Berlin.
Die Unterlagen sind dieselben wie bei der Anmeldung zu Hause, und zwar von Euch beiden: Ausweis, beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtsregister, Meldebescheinigung. In Berlin kostet die Prüfung 45 Euro; muss zusätzlich ausländisches Recht geprüft werden, kommen 45 Euro je Partner dazu, Stand 2026.
Auch dieses Zeugnis hat ein Verfallsdatum. Beantragt es passend zum Termin, nicht zu früh — und rechnet gleichzeitig damit, dass die Beschaffung der Papiere aus dem Ausland Wochen dauern kann.
Danach: die Ehe in Deutschland
Eine im Ausland wirksam geschlossene Ehe ist in Deutschland grundsätzlich anerkannt. Ihr müsst sie nicht nachbeurkunden lassen. Ihr könnt es aber, und in vielen Fällen ist es bequemer: Danach gibt es Eure Ehe im deutschen Eheregister, und Ihr bekommt deutsche Eheurkunden, statt bei jeder Behörde mit Übersetzung und Beglaubigung anzurücken. Was die Nachbeurkundung kostet, hängt vom anzuwendenden Recht ab — das BayernPortal nennt dafür in der Regel 55 Euro, Seitenstand 5. August 2026. Die deutsche Eheurkunde danach kostet in Berlin und Bayern 12 Euro, Stand 2026.
Nach der Trauung: die Namensänderung Schritt für Schritt
Wenn einer von Euch den Namen wechselt, beginnt am Tag nach der Hochzeit eine kleine Kette von Erledigungen. Sie ist nicht schwer, sie ist nur lang. Und sie hängt an einem einzigen Dokument: Wenn Du nur eine Eheurkunde hast, wartest Du bei jeder Stelle.
Zuerst: genug Eheurkunden
Fast jede Stelle, die den neuen Namen einträgt, will die Eheurkunde sehen — manche im Original, manche geben sie erst nach Wochen zurück. Wenn Du nur eine hast, wartest Du jedes Mal. Nimm gleich mehrere mit; die weiteren kosten im selben Vorgang die Hälfte.
Dann: der Ausweis
Steht auf Deinem Personalausweis ein Name, der nicht mehr stimmt, musst Du ihn der Ausweisbehörde unverzüglich vorlegen. Der neue Ausweis wird nicht auf der Stelle gedruckt: In Berlin dauert die Herstellung etwa drei bis vier Wochen. Plan das ein, wenn nach der Hochzeit eine Reise ansteht — für die Flugbuchung zählt der Name im Ausweis oder Pass, nicht der in der Eheurkunde.
Danach: alles, was auf Deinen Namen läuft
Diese Liste arbeitest Du am besten an einem Nachmittag ab, statt sie über Monate zu verteilen:
- Bank und Sparkasse — Konto, Karten, Daueraufträge laufen weiter, die Karte kommt neu.
- Arbeitgeber und Krankenkasse — hier hängt die Lohnabrechnung dran.
- Versicherungen — Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Leben, Rente.
- Kfz-Zulassungsbehörde — die Namensänderung meldest Du mit beiden Teilen der Zulassungsbescheinigung.
- Vermieter, Strom, Internet, Mobilfunk — Verträge auf den alten Namen bleiben gültig, sollten aber stimmen.
- Abos, Kundenkonten, Postfach — der Rest, der sich sonst über Jahre hinzieht.
Die Reihenfolge danach
Ausweis, dann Bank, dann Arbeitgeber, dann Versicherungen, dann der Rest. Jede Stelle weiter unten will meistens den neuen Ausweis sehen — wer mittendrin anfängt, macht denselben Weg zweimal.
Die Checkliste in Kurzform
- Hochzeitstermin steht — den Tag sechs Monate davor in den Kalender eintragen
- Beim zuständigen Standesamt anrufen und die eigene Unterlagenliste erfragen
- Termin für die Anmeldung vereinbaren
- Beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtsregister bestellen (max. 6 Monate alt)
- Unterlagen für Sonderfälle besorgen: Scheidung, Verwitwung, Kinder, Auslandsbezug
- Wenige Tage vor dem Termin: erweiterte Meldebescheinigung holen (max. 14 Tage alt)
- Über die Namensführung sprechen
- Gemeinsam zur Anmeldung gehen, Ausweise nicht vergessen
- Nach der Trauung mehrere Eheurkunden mitnehmen
- Namensänderung weitergeben: Ausweis, Bank, Versicherungen, Arbeitgeber
Häufige Fragen zur standesamtlichen Hochzeit
Was ist der Unterschied zwischen standesamtlicher Trauung und standesamtlicher Hochzeit?
Inhaltlich keiner — beide Wörter meinen denselben Termin. „Standesamtliche Trauung“ ist der Begriff, den Ämter und Gesetzestexte benutzen; „standesamtliche Hochzeit“ ist das Wort, das im Alltag fällt. Rechtlich entsteht die Ehe in beiden Fällen dadurch, dass Ihr vor dem Standesbeamten erklärt, sie miteinander eingehen zu wollen.
Wie lange vorher muss man die Ehe anmelden?
Frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin, und die Anmeldung gilt dann sechs Monate. In der Praxis solltest Du spätestens acht Wochen vorher beim Standesamt gewesen sein, damit fehlende Papiere noch nachkommen können.
Welche Unterlagen braucht man fürs Standesamt?
Wenn Ihr beide ledig und in Deutschland geboren seid, braucht jeder von Euch drei Dinge: einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtsregister (höchstens sechs Monate alt) und eine erweiterte Meldebescheinigung (höchstens 14 Tage alt).
Was kostet die standesamtliche Trauung?
Die Gebühr setzen Land und teils Stadt fest. Für die Anmeldung sind es 40 Euro in Köln, 55 in Bochum und 75 in Braunschweig, Stand 2026. Dazu kommen die Eheurkunde und Zuschläge für Samstag, einen Trauort außerhalb der Amtsräume oder ein anderes Standesamt. Alle Posten mit Quelle und Jahreszahl stehen in Was kostet die standesamtliche Hochzeit?
Kann man in einem anderen Standesamt heiraten als dem, bei dem man angemeldet hat?
Ja. Innerhalb der sechs Monate, in denen die Anmeldung gilt, könnt Ihr das Standesamt für die Trauung bundesweit frei wählen. Für die Trauung bei einem anderen Standesamt fällt in Berlin und in Nordrhein-Westfalen eine Gebühr von 40 Euro an, Stand 2026.
Braucht man Trauzeugen beim Standesamt?
Nein. Trauzeugen waren früher der Regelfall, heute sind sie eine Wahl — beim Standesamt genauso wie bei einer freien oder kirchlichen Feier. Wenn Ihr welche haben möchtet, dürfen es beim Standesamt bis zu zwei sein, und sie brauchen am Trautag ihren Ausweis. Was auf sie zukommt, steht in Aufgaben der Trauzeugin.
Welche Unterlagen braucht ein Partner ohne deutschen Pass — und was ist ein Ehefähigkeitszeugnis?
Zusätzlich zu Ausweis, beglaubigtem Ausdruck aus dem Geburtsregister und Meldebescheinigung verlangt das Standesamt in der Regel ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland: die Bestätigung, dass nach dortigem Recht nichts gegen die Ehe spricht. Es gilt sechs Monate ab Ausstellung. Stellt das Heimatland keines aus, befreit der Präsident des zuständigen Oberlandesgerichts davon — auch diese Befreiung gilt sechs Monate. In Berlin kostet die Prüfung 45 Euro, bei zusätzlich anzuwendendem ausländischem Recht kommen 45 Euro je Partner dazu, Stand 2026. Plant hier großzügig, gern ein Dreivierteljahr.
Muss man vor der kirchlichen oder freien Trauung standesamtlich heiraten?
Rechtlich entsteht eine Ehe in Deutschland nur vor dem Standesbeamten — eine freie Trauung hat keine rechtliche Wirkung. Das gesetzliche Verbot, kirchlich vor dem Standesamt zu heiraten, ist mit dem Personenstandsgesetz von 2009 entfallen. Die Kirchen haben dazu jedoch eigene Regeln und möchten die standesamtliche Trauung meist weiterhin vorher sehen. Frag im Pfarrbüro nach.
Wie viele Eheurkunden braucht man nach der Hochzeit?
Plan lieber mit drei als mit einer. Fast jede Stelle, die den neuen Namen einträgt, will die Urkunde sehen, und manche behalten sie wochenlang. In Berlin kostet die erste Eheurkunde 12 Euro, jede weitere im selben Vorgang nur 6 Euro, Stand 2026.
Was braucht man, um im Ausland zu heiraten?
Meistens ein Ehefähigkeitszeugnis von Eurem deutschen Wohnsitz-Standesamt; ohne Wohnsitz in Deutschland ist das Standesamt I in Berlin zuständig. In Berlin kostet die Prüfung 45 Euro, plus 45 Euro je Partner, wenn ausländisches Recht zu beachten ist, Stand 2026. Die im Ausland geschlossene Ehe ist in Deutschland grundsätzlich anerkannt — nachbeurkunden lassen müsst Ihr sie nicht, könnt es aber.
Warum das leichter ist, als es aussieht
Der Papierkram vor Eurer Hochzeit sieht von außen größer aus, als er ist.
Am Ende sind es ein paar Papiere und ein Termin. Der Rest ist nur die richtige Reihenfolge.
Und keine Sorge wegen der Fristen. Wer sechs Monate vorher einmal beim Standesamt anruft, hat das Wichtigste im Griff.
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Unterlagen und Fristen stammen von service.berlin.de (Anmeldung der Eheschließung, Ehefähigkeitszeugnis, Nachbeurkundung, Personalausweis) und dem BayernPortal (Seitenstand 5.8.2026). Namensrecht und Eheschließung stehen in § 1310, § 1309, § 1355 und § 1355a BGB sowie im Personenstandsgesetz. Die Gebühren regeln Länder und Kommunen: Gebührenübersicht der Berliner Standesämter (Beträge nach der Verordnung vom 2.7.2019), AVwGebO NRW, Tarifstelle 5b.1, Gebührenverzeichnis der Stadt Braunschweig (gültig seit 1.1.2026), stadt-koeln.de und bochum.de. Alle Quellen abgerufen am 1. und 5. September 2026. Weil die Sätze von Land zu Land und teils von Stadt zu Stadt abweichen, gilt für Euch die Auskunft Eures Standesamts. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
